Jedermanns Jemand

Ich werde manchmal gefragt, wie meine Kurzgeschichten entstehen – na, zur Überbrückung von Wartezeiten! Zum Beispiel, wenn unsere Hündin Ella sich auf dem Acker mal wieder in Richtung Erdkern vorarbeitet. Das dauert! Die Idee zu dieser kam mir dann auch auf einem Feld in Pfullingen und hat den Arbeitstitel »Jedermanns Jemand«. Langeweile ist ein prima Motor – – –

Während Hofmannsthals »Jedermann« ein geiles Leben hat, kein Eheweib, aber Buhlschaften inklusive Partys ohne Ende und nur den Tod fürchtet, sind da auch die anderen: die unerschrockenen, weil verheirateten »Jemande«. Gestählt durch Jahre der Pflichterfüllung und Selbstbehauptung in der Ehe hat für sie Hein mit der Sense seinen Schrecken verloren.

Gibt es irgendwas zu erledigen, heißt es meistens nur unpräzise, aber nicht weniger eindeutig »m’r sott au emol« – jemand sollte auch mal wieder! Wer dieser »M’r« sein wird , wußte vermutlich schon Jedermann, was seine Bindungsängste erklären dürfte.

So verwundert es auch nicht weiter, dass Hollywoods Happy-End-Filme genau dort aufhören, wo das traute Parshipen beginnt. Richard Gere freut sich noch wie Bolle, dass er endlich Julia Roberts bekommen hat. Keiner warnt ihn, dass Pretty Woman zukünftig die Ansage machen wird, wo’s lang geht … – wird fortgesetzt

PS. Nicht drängeln